Was ist Festgeld?
Definition, Zinsen, Sicherheit, Laufzeiten und Strategie – der komplette Festgeld-Ratgeber für Anlegerinnen und Anleger aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.
Festgeld Definition
Festgeld (auch Termingeld oder Time Deposit genannt) ist eine Geldanlage bei einer Bank, bei der Sie Ihr Kapital für eine fest vereinbarte Laufzeit zu einem garantierten Zinssatz anlegen. Während dieser Zeit können Sie über das Geld nicht verfügen – im Gegenzug erhalten Sie höhere Zinsen als bei einem Tagesgeldkonto.
Einfach gesagt: Sie leihen der Bank Ihr Geld für einen bestimmten Zeitraum und bekommen dafür Zinsen.
Höhere Zinsen
Festgeld bietet deutlich höhere Zinsen als Tagesgeld oder Girokonten. Besonders im Ausland sind Zinsen von 4-5% möglich.
Sicherheit
Festgelder sind durch staatliche Einlagensicherung geschützt. In der EU bis 100.000 €, in der Schweiz bis CHF 100.000.
Planbare Laufzeit
Sie wissen genau, wann Ihr Geld wieder verfügbar ist. Laufzeiten von 1 Monat bis 10 Jahren möglich.
Garantierter Ertrag
Der Zinssatz ist beim Abschluss fixiert. Keine Überraschungen – Sie kennen Ihre Rendite von Anfang an.
Typische Laufzeiten
Festgeld vs. Tagesgeld
| Merkmal | Festgeld | Tagesgeld |
|---|---|---|
| Zinssatz | Höher (2-6%) | Niedriger (0,5-2%) |
| Verfügbarkeit | Gebunden bis Laufzeitende | Täglich verfügbar |
| Flexibilität | Niedrig | Hoch |
| Sicherheit | Hoch (Einlagensicherung) | Hoch (Einlagensicherung) |
Wie sicher ist Festgeld? Die Einlagensicherung
Festgeld zählt zu den sichersten Geldanlagen. In der EU und im EWR schützt die gesetzliche Einlagensicherung Ihr Guthaben bis 100.000 € pro Bank und Kunde (bei Gemeinschaftskonten bis 200.000 €). In der Schweiz sichert esisuisse bis CHF 100.000 pro Kunde und Bank ab.
Achten Sie bei ausländischen Banken darauf, wie wirtschaftlich stark das Land der Einlagensicherung ist – im Ernstfall muss der jeweilige Staat einspringen. Mehr zum Zinsumfeld lesen Sie im Ratgeber Leitzinsen & Inflation.
Die Festgeldtreppe: flexibel bleiben
Statt den gesamten Betrag auf eine lange Laufzeit festzulegen, teilen Sie ihn bei der Festgeldtreppe (Zinstreppe) in mehrere gleich große Tranchen mit gestaffelten Laufzeiten – zum Beispiel je ein Drittel für 1, 2 und 3 Jahre.
- Jährlich wird eine Tranche frei, die Sie neu anlegen oder verwenden können.
- Sie verteilen das Zinsänderungs- und Wiederanlagerisiko über die Zeit.
- Eine Alternative: die Hälfte in Tagesgeld, die andere in längeres Festgeld – ähnliche Rendite, mehr Flexibilität.
Vorzeitige Kündigung
Festgeld können Sie in der Regel nicht vorzeitig kündigen. Nur aus „wichtigem Grund" (§ 314 BGB) – etwa bei drohender Bank-Insolvenz, Tod oder persönlicher Notlage – ist eine Kündigung möglich, meist mit Zinsverlust oder Gebühren. Parken Sie deshalb nur Geld, das Sie während der Laufzeit sicher nicht benötigen.
Prolongation beachten
Viele Verträge verlängern sich am Laufzeitende automatisch um die ursprüngliche Laufzeit zum dann gültigen Zins (Prolongation). Prüfen Sie beim Abschluss, ob eine Kündigung nötig ist, und notieren Sie sich den Termin – oder schließen Sie die automatische Wiederanlage direkt aus.
So eröffnen Sie ein Festgeldkonto
Angebot wählen
Zins, Laufzeit und Einlagensicherung vergleichen – direkt bei der Bank oder über eine Zinsplattform (z. B. Raisin/WeltSparen).
Legitimieren
Identität per PostIdent, VideoIdent oder eID (Online-Ausweisfunktion) bestätigen.
Geld anlegen
Betrag über das Verrechnungskonto einzahlen; Auszahlung erfolgt später auf Ihr Referenzkonto (Girokonto).
Verrechnungskonto vs. Referenzkonto: Über das Verrechnungskonto laufen Ein- und Auszahlungen der Anlage; Auszahlungen sind nur auf Ihr fest hinterlegtes Referenzkonto (in der Regel Ihr Girokonto) möglich.
Steuern auf Festgeldzinsen
🇩🇪 Deutschland
Abgeltungsteuer 25 % zzgl. Soli/ggf. Kirchensteuer. Mit Freistellungsauftrag bleibt der Sparer-Pauschbetrag (1.000 €/2.000 €) steuerfrei.
🇦🇹 Österreich
25 % Kapitalertragsteuer (KESt). „Steuereinfache" Banken führen sie automatisch ab – siehe Festgeld Österreich.
🌍 Ausland
Zinsen ausländischer Banken ohne inländischen Steuerabzug gehören in die Steuererklärung. Doppelbesteuerungsabkommen beachten.
Keine Steuer- oder Anlageberatung. Bei Fragen wenden Sie sich an eine Steuerberaterin oder einen Steuerberater.
Häufige Fragen zu Festgeld
Was ist Festgeld einfach erklärt?
Festgeld ist eine Geldanlage, bei der Sie einen festen Betrag für eine vereinbarte Laufzeit zu einem garantierten, gleichbleibenden Zinssatz bei einer Bank anlegen. Während der Laufzeit ist das Geld gebunden; dafür ist der Zins in der Regel höher als beim Tagesgeld.
Wie sicher ist Festgeld?
Festgeld gilt als sehr sicher: In der EU/im EWR sind Einlagen gesetzlich bis 100.000 € pro Bank und Kunde geschützt (bei Gemeinschaftskonten bis 200.000 €). In der Schweiz sichert esisuisse bis CHF 100.000 pro Kunde und Bank ab.
Kann man Festgeld vorzeitig kündigen?
In der Regel nicht. Eine vorzeitige Kündigung ist nur aus wichtigem Grund (§ 314 BGB, z. B. bei drohender Bank-Insolvenz oder persönlicher Notlage) möglich und häufig mit Zinsverlust oder Gebühren verbunden. Legen Sie daher nur Geld an, auf das Sie während der Laufzeit verzichten können.
Was ist eine Festgeldtreppe?
Bei einer Festgeldtreppe teilen Sie Ihre Anlagesumme auf mehrere Verträge mit gestaffelten Laufzeiten auf (z. B. 1, 2 und 3 Jahre). So wird jährlich ein Teil frei, den Sie flexibel neu anlegen können – das verteilt Zinsänderungs- und Wiederanlagerisiken.
Wie werden Festgeldzinsen versteuert?
In Deutschland gilt die Abgeltungsteuer (25 % zzgl. Soli/ggf. Kirchensteuer); mit einem Freistellungsauftrag bleibt der Sparer-Pauschbetrag steuerfrei. In Österreich fallen 25 % Kapitalertragsteuer (KESt) an. Zinsen ausländischer Banken ohne inländischen Steuerabzug müssen selbst in der Steuererklärung angegeben werden.
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