EU-Verordnung 2023/1114

MiCA & SRO — Regulierung digitaler Assets

Die Markets in Crypto-Assets Regulation (MiCA) harmonisiert Krypto-Dienstleistungen in der EU. In der Schweiz gilt ein separates SRO-Modell unter FINMA-Aufsicht.

Was ist MiCA?

Markets in Crypto-Assets Regulation (MiCA) (Verordnung (EU) 2023/1114) schafft einheitliche EU-Regeln für Krypto-Assets und Crypto-Asset Service Provider (CASPs). Seit 30. Dezember 2024 gilt MiCA vollständig; die Übergangsfrist für bestehende Anbieter endet am 1. Juli 2026 (Grandfathering für bestehende CASPs).

Juni 2024

EMT/ART-Regeln für Stablecoin-Emittenten in Kraft

30. Dezember 2024

MiCA vollständig anwendbar für CASPs

1. Juli 2026

Ende der Übergangsfrist (Art. 143) für bestehende Anbieter ohne MiCA-Lizenz

April 2026

Circle France erhält AMF-Zulassung als MiCA-CASP für USDC/EURC

MiCA-Token-Kategorien

E-Money Token (EMT)

Stablecoins, die einen offiziellen Währungswert referenzieren (z. B. USDC, USDT).

Beispiele: USDC (Circle SAS), EURC, USDT (noch ohne vollständige EU-EMT-Autorisierung)

Emittenten: Vollständige Reserve, White Paper, Autorisierung durch zuständige Behörde

Asset-Referenced Token (ART)

Token, die mehrere Werte oder Vermögenswerte referenzieren (z. B. DAI mit Krypto-Kollateral).

Beispiele: DAI, Frühere algorithmische Stablecoins

Emittenten: Reserve-Anforderungen, Governance, erweiterte Aufsicht bei signifikanten ARTs

Sonstige Krypto-Assets

Alle übrigen Krypto-Assets, die nicht unter Wertpapierrecht fallen.

Beispiele: XAUT (Gold-Token), DeFi-Governance-Token, Tokenisierte RWAs

Emittenten: White-Paper-Pflicht bei öffentlichem Angebot, Verhaltensregeln für CASPs

Mehr zu einzelnen Assets: USDC (MiCA-EMT), USDT, XAUT (Gold-Token).

CASP-Dienste unter MiCA

  • Verwahrung und Verwaltung von Krypto-Assets
  • Betrieb einer Handelsplattform
  • Tausch von Krypto-Assets gegen Fiat
  • Ausführung von Orders
  • Platzierung von Krypto-Assets
  • Beratung zu Krypto-Assets
  • Portfolio-Management
  • Übertragungsdienste

Zuständige Behörden in der EU: BaFin (Deutschland), AMF/ACPR (Frankreich), ESMA (EU-Koordination), EBA (EMT/ART).

Schweizer SRO — alternatives Modell

Eine Selbstregulierungsorganisation (SRO) ist in der Schweiz ein von FINMA anerkannter Verband, der Finanzintermediäre nach dem Geldwäschereigesetz (GwG) beaufsichtigt.

FINMA beaufsichtigt die SRO → die SRO beaufsichtigt ihre Mitglieder (z. B. Krypto-Broker, Wechselstuben).

Anerkannte SROs (Beispiele): VQF (Verein zur Qualitätssicherung von Finanzdienstleistungen), ARIF, PolyReg

AspektSchweiz (SRO)EU (MiCA)
Regulatorischer FokusGwG/AML-Aufsicht durch SROVollständige CASP-Lizenzierung in der EU
Marktzugang EUKein Passporting; Reverse Solicitation begrenztPassporting in alle 27 EU-Mitgliedstaaten
KundengelderStrenge Trennung, aber kein BankenschutzSegregation + Verhaltensregeln für CASPs
Stablecoin-EmissionNicht primärer RahmenEMT/ART-Autorisierung erforderlich
Typische AnbieterCH-basierte Broker (Nexo, YouHodler)Circle France, EU-Börsen mit CASP-Lizenz

Für Anleger in DE/AT/CH bedeutet SRO-Mitgliedschaft eines Schweizer Anbieters AML-Compliance — ersetzt aber keine MiCA-Zulassung für EU-Dienstleistungen. Yield-Produkte von CH-Anbietern können für EU-Retail eingeschränkt oder nicht passportiert sein.

Anlegerschutz unter MiCA

  • Trennung von Kunden- und Firmenvermögen
  • Beschwerdeverfahren und Transparenzpflichten
  • Risikohinweise vor Vertragsabschluss
  • Keine Einlagensicherung wie bei Banken

TopFestgeld.com bietet keine Anlageberatung. Prüfen Sie, ob ein Anbieter für Ihren Wohnsitz (DE/AT/CH) zugelassen ist.

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